An Hans Blüher · 8. Mai 1954
Lieber und sehr verehrter Herr Blüher!
Vor einigen Wochen ließen Sie mir - wie wohl auch anderen Ihrer Freunde und Verehrer - zwei vervielfältigte Schreiben zugehn; das eine enthielt Richtlinien, Sie gegen den augenblicklich im Schwange befindlichen Vorwurf des Antisemitismus zu verteidigen, das andere war die Abschrift Ihres Briefes an Martin Buber. Ich hatte vor, Ihnen darauf sogleich zu antworten, aber längere Krankheit verhinderte mich daran.
Ums vorweg zu sagen - und damit ja kein Mißverständnis aufkomme: ich gehöre, Sie wissen es, zu Ihren dankbarsten und entschiedensten Verehrern. Ihr "Traktat" ist 20 Jahre lang eines meiner liebsten Bücher gewesen und wird es bleiben; zu Ihrer "Achse" und "Parerga" habe ich mich nicht nur öffentlich bekannt (und werde es immer wieder tun), sondern beide Bücher zählen für mich zu den Wichtigsten überhaupt, was ich je las; sie sind Marksteine in meinem Leben. Auch daß ich Ihnen "Erlösung durch die Schlange" widmete, war ein Bekenntnis, selbstverständlich.
Mithin nehmen Sie es nicht für eine Abtrünnigkeit, wenn ich - den Ernst Klett als den radikalsten Blüher-Bejaher kennzeichnet - Ihnen mit derselben Offenheit, die auch Ihr Werk charakterisiert, sage, daß mich Ihre beiden Schreiben in gar keiner Weise überzeugen.
Es ist durchaus Ihre Sache, zum Judentum zu stehen, wie es Ihrem Erlebnis und Ihrer Erkenntnis gemäß ist. Jedoch daß Sie im Tiefsten Antisemit sind (wobei ich offenlasse, ob es sich nicht im Aller tiefsten um einen verdrängten Philosemitismus handelt), das ist ja auf Grund Ihrer zahlreichen literarischen Dokumentationen nicht zu leugnen. Gewiß, Sie schreiben, Miserables und Niedertracht hätten Sie immer nur von Ihren Rassegenossen erfahren, von Juden hingegen Verständnis und Anerkennung. Nichtsdestoweniger sind alle Ihre Bücher voll von Affekt gegen das Judentum. Wenn Sie in Ihrer Autobiographie z. B. Klages (mit Recht !) eines unvornehmen "Stürmer"-Antisemitismus anklagen und man sich gerade darüber freut, dann fügen Sie hinzu, er selbst sei dabei ins "Mauscheln" geraten. Was ist das ein billiger Vorwurf: "Mauscheln". Es gibt keine edleren deutschen Sprachmeister als Martin Buber, Karl Kraus, Rudolf Borchardt und Hugo von Hofmannsthal – vom "Gemauschel" dieser Juden könnten sich ganze Hundertschaften sprachverhunzender Arier mehr als eine Scheibe abschneiden. Auch wenn Sie, lieber, sehr verehrter Herr Blüher, von "Synagogenverschwörung" u. dgl. reden, so sind das beim besten Willen Vokabeln aus dem Arsenal des Allerwelts-Antisemitismus. Sie sagen nun, Sie hätten sich stets gegen Pogrome gewandt usw. - und niemand wird Ihnen einen Vorwurf in dieser Richtung machen. Überhaupt ist Ihnen kein Vorwurf zu machen, es ist ja Ihre Sache, welchen Standpunkt Sie haben und vertreten. Nur Ihre beiden Schreiben berühren mich sonderbar.
Da wollen Sie, daß man Sie gegen den Antisemitismus verteidige - und reden gleich zu Beginn dennoch von Ihrer "antijüdischen Grundhaltung". Ist das nicht nur eine Umschreibung für Antisemitismus?
Sie bemühen für diese Ihre antijüdische Grundhaltung Ihre Theologie und sagen, da Sie auf christlicher Seite stünden, müssten Sie notgedrungen ein Gegner des Jüdischen sein. Bitte sagen Sie mir, weshalb – um alles in der Welt - wir Sie da "verteidigen" sollen? Würde ich sagen: Hans Blüher ist derart Christ, daß er von daher eine "antijüdische Grundhaltung" bezieht, die bis zu den Vorwürfen des "Mauschelns" und der "Synagogenverschwörung" reicht, so drückte ich doch nur präzis die Situation aus.
Weiter: Sie erklären, die Juden seien "Gastvolk", welches "die Kriegshelden meines Volkes schmäht" - - das muss ich doch schon mal wo gehört haben? Welche "Kriegshelden"? Hitlers Roboter? Den Admiral Dönitz? Den Reichsmarschall? Oder Ihren Großen aus Doorn? Lieber und sehr verehrter Herr Blüher, Sie sind von A bis Z ein G e i s t i g e r, das ist doch unleugbar. Wenn Sie sich jetzt plötzlich zur Verteidigung Ihres Antisemitismus mit den Ritterkreuzträgern solidarisch erklären: nun, auch in Ihrem (und meinem) Volk gibt es genug Menschen, die das Wirken für Positives höher veranschlagen als das Sichhervortun im technisch-totalen Krieg. Insofern brauchten Sie nicht Antisemit zu sein. Schreiben Sie nun gar von den "Visagen der Literaten-Helden" der Juden, so muß ich sagen, daß solche Formulierungen einfach unter Ihrer stilistischen Würde sind. Die "Visagen" Bubers, Hofmannsthals, Beer-Hofmanns und anderer können sich neben denen der Kriegshelden, etwa des sanft vertrottelten Hindenburg oder des peinlich-unsympathischen Ludendorff, durchaus sehen lassen. Und nun muten Sie uns zu, Sie gegen den Vorwurf des Antisemitismus zu verteidigen, wenn Sie derartige Julius-Streicher-Töne anschlagen?
Sie, lieber und sehr verehrter Herr Blüher, sind für mich viel zu groß und zu bedeutend, als daß ich nicht die Pflicht spürte, Ihnen das offen zu sagen, auf Gefahr hin, von Ihnen "abgebucht" zu werden.
Das Geheimnis der jüdischen Tragik liegt sehr viel tiefer, als die Ihrer Schreiben es darstellt, das auf die unerfreulichen Argumenten hinausläuft: "sie haben unseren lieben Heiland gekreuzigt und wollen noch immer nicht an ihn glauben" und "als Gastvolk schmähen sie unsere Kriegshelden". Daß dieses Geheimnis tiefer liegt, weiß im Grunde niemand besser als Hans Blüher. Warum also ruft er seine Freunde auf, ihn zu verteidigen, indem er auf solche Weise denen nur allzu recht gibt, die ihn für einen billigen Antisemiten ausgeben?
Weit erschreckender aber als besagtes Schreiben, das zur Verteidigung aufruft (haben Sie die nötig?), ist für mich die Abschrift Ihres Briefes an Professor Buber. Hier bin ich sowieso in stärkstem Zwiespalt. Als ich im August 53 mit Professor Buber zusammentraf und von mir aus - selbstverständlich ohne Ahnung von Ihren Differenzen - Sie, lieber und sehr verehrter Herr Blüher, nannte, da war es für mich ein menschlich schönes Erlebnis, mit welcher Freundschaft und Wohlwollen Buber von Ihnen sprach trotz dessen, was Sie ihm (ich darf's so ausdrücken) seinerzeit eingebrockt haben. Ihr Brief an ihn nun ist aus ganz anderer Gesinnung geschrieben. Der Antisemit, der einen Juden schwer beschuldigte – so schwer, daß dieser Jude dadurch in die bekannten hochnotpeinlichen Verlegenheiten kam -, wird groteskerweise auch jetzt noch, mehr als 20 Jahre später, zum gereizten Angreifer des schon damals Angegriffenen.
Professor Buber sagte mir - nochmals ohne Ressentiment und mit versöhnlichstem Humor -, er habe Ihnen auf Ihren seinerzeitigen Geburtstagsbrief nicht, wie Sie sagen, ein "Sündenregister", sondern ein "Druckfehlerverzeichnis" gesandt. Die Behauptungen, die Sie kurz vor Hitler über ihn publizierten, waren falsch - auch dann, wenn Sie sie guten Glaubens publiziert hatten. Daß er nun, nachdem ihm dadurch allerlei zugestoßen war, von Ihnen erwartete, Sie würden ein richtigstellendes Wort finden, ist nur recht und billig. Das sehen Sie in Ihrem Brief an ihn nun für erzjüdischen Zorn an und sagen, friedlicher Germane der Sie sein wollen: "Wir können das nämlich nicht" ("wir" Nichtjuden), zugleich aber demonstrieren Sie seitenlang, wie gut Sie es können. Sie verstigen sich sogar dahin, an Buber zu schreiben, er sei der Todfeind Ihres Vaterlandes. Lieber Herr Blüher, Ihr ununterbrochen mit Pauken und Trompeten gefeiertes Vaterland samt seinen Kriegshelden ist auch das meine, haargenau gerade so gut wie das Ihre - - und ich kann mit der Laterne vergebens Menschen suchen, die diesem unseren Vaterland so Edles, so Kostbares, so Menschliches geschenkt habe wie Martin Buber. Es ist ja nicht so, daß Sie das Deutschtum gepachtet hätten und nun uns andere einfach ausklammern. Gegen den "Todfeind unseres Vaterlandes" protestiere ich als Deutscher, weil es einfach eine affektrasselnde Beschimpfung eines der Besten ist, die sich heute der deutschen Sprache bedienen.
Alles das - ich sage es zum dritten Mal - schreibe ich Ihnen als gänzlich dankbarer Verehrer Ihres Werkes und als das, als was Sie mich selbst mehrfach bezeichneten: als Ihr Freund. Ich nehme an, daß Sie die Größe haben, aufrichtige Freundesworte als solche hinzunehmen und in ihnen nicht eine Absage zu sehen.
Geradezu erheiternd in Ihrem Buber-Briefe ist der Dreh, den Sie mit den Geschichtsfälschungs-Dokumenten anwenden. Der gefälschte Brief des angeblichen "Fürsten der Verbannung", den Sie für Ihre antisemitische Schrift ausschlachteten und von dem Sie zugeben, daß Sie ihn als Maschinendurchschlag aus anthroposophischen Kreisen zugesteckt erhielten, ist für Sie ebenso wie die fürchterlichen "Protokolle der Weisen von Zion" - obwohl Sie sich über den Fälschungs-Charakter beider Dokumente klar sind – "reine Geschichte". Sie sagen gleichsam: Ob das nun tatsächliche jüdische Selbstbezeugungen sind oder nicht, interessiert mich nicht, den auf der Ebene der "reinen Geschichte" sagen dies kümmerlichen Dokumente des Hasses die Wahrheit – und ich, Hans Blüher, habe mich nicht an historische Fakten zu halten, mir genügt, wenn etwas "im Geiste" richtig ist. Damit werden Sie, der Entdecker des Objektiven, zu einem Subjektivling, daß einem graut, stellen Sie sich bitte vor, einer Ihrer Feinde würde Ihren menschlichen Bedingtheiten, Schwächen, Irrtümern, Überspitzungen (von denen ja niemand frei ist, am wenigsten ein Genie wie Sie) sorgsam exzerpieren, vergrößern, ins Kriminelle steigern und alsdann publizieren als eine Selbstbekundung Hans Blühers. Wenn Sie nun gegen diesen Mann und dieses gefälschte Dokument vorgehen, dann sagt er: Ob das Hans Blüher geschrieben hat oder nicht, ist uninteressant, aber auf der hohen Ebene der "reinen Biographie" hat es Gültigkeit.
Sie, lieber und sehr verehrter Herr Blüher, lieben Leute wie Tucholsky usw. nicht. Ich kenne auch Edleres als diese. Aber als diese Leute damals zwischen 1920 und 1933, Deutschland als das Land des Terrors, des Willens zum Kriege, des Machtwahns und der Unmenschlichkeit hinstellten, da war das gewiß unrichtig. Und dann kam Hitler, der alles übertraf, was die Tucholskys sich je ausgemalt hatten. Kämme nun einer und sagte: Tucholskys und anderer, ähnlicher Leute Deutschland-Bild hat dokumentarischen Wert, wenn's auch nicht stimmt, die Geschichte hat es dennoch bestätigt, also gehe dieses Bild als Faktum in die Geschichte ein - -, so täte dieser Jemand umgekehrt genau das, was Sie mit Ihrem "Fürsten der Verbannung" und mit den "Protokollen der Weisen von Zion" tun.
Mir ist es im Tiefsten leid, daß ein Mann Ihres Ranges, lieber und sehr verehrter Herr Blüher, heute noch um sich schlägt mit einem Vokabular wie "Mauscheln", "Synagogen-Verschwörung", "Literaten-Visagen" usw. und sich sogar dahin versteigt, Martin Buber als Todfeind unseres Volkes zu kennzeichnen. Die Todfeinde unseres Volkes, lieber Herr Blüher, kamen aus arischen Chromosomen und entwürdigten den Menschen nach den Muster des Sergeanten Himmelstoß, eine Entwürdigung, die Ihnen gottlob während zweier Kriege erspart geblieben ist, sonst hätten Sie vielleicht über die Kriegshelden eine etwas gedämpftere Meinung.
Eines Tages - denn Vernichtung hinterläßt nur Asche - wird aus unserem Volk (nicht nur Ihrem, auch meinem) nicht das Ritterkreuz des Herrn XYZ oder die Standarte der Feldherrenhalle oder die Neo-Monarchie Ihres "Gastvolk"-Freundes Professor Schoeps herausragen, sondern die Leistung des Geistes. Und da gehören Sie zu den Gipfeln. Sie und Buber. Keiner weiß dann mehr, daß Sie Buber feindlich und er Ihnen versöhnlich gesonnen war. Also wozu der rassistische Lärm.
Ich liebe Sie und Ihr Werk so, daß ich Ihnen von Herzen wünschen möchte, Sie würden unversehens eine jüdische Großmutter in Ihrer Ahnentafel entdecken. Dann könnte man endlich einmal vollen Herzens Blüherianer sein, ohne den lächerlichen "Judenfrage"-Krawall mitschlucken zu müssen, der Ihres Ranges und Ihres Geistes gar nicht würdig ist.
Werden Sie mir diesen Brief verzeihen? Ein weniger Ihnen Zugetaner hätte ihn Ihnen bestimmt nicht geschrieben.
In Herzlichkeit und Verehrung grüßt Sie, getreu wie immer,
Ihr
Herbert Fritsche
An Dietrich Berndt · 10. Juli 1957
Lieber Herr Berndt,
darf ich vorschlagen, daß wir – sagen wir: um das Farbband nicht unnütz zu strapazieren – bei gegenseitiger Anrede den berüchtigten Titel fortlassen? Da es uns beiden ja mißlungen ist, uns mit Hilfe der Hochschule nachhaltig cerebral versintern zu lassen, können wir – ich hoffe, Sie sind einverstanden – beim brieflichen Zwiegespräch den Dr. ausklammern.
Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihren Brief vom 4. Juli und für Ihre Manuskripte. Dr. v. Hartungen erhielt meinen Prokop-Sonderdruck. Ihren Optimismus, Prokops Buch könne wie stinkender Dreck wachstums- und reifungsförderlich auf die todsterbenskranke deutsche Homöopathie wirken, kann ich leider nicht ganz teilen. Solchen Dreck haben wir doch seit Moritz Müller, Wolfs 18 Thesen usw. bereits hundert Jahre hindurch im eigenen Lager, von dem, was massive Feinde noch hinzustuhlen, ganz zu schweigen. Ich habe dafür einen anderen Optimismus, der sich nicht auf die Dungwirkung gegnerischer Absonderungen, sondern auf das Wirken von Ärzten wie z. B. Ihnen bezieht. Das ist keine captatio benevolentiae. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, jedoch seit einigen Jahren bemerke ich zu meiner Freude immerhin bereits ein halbes Dutzend Schwalben.
Ihre Kennzeichnung des Vitamin-Begriffs als nutzlos, unfruchtbar und Verwirrung stiftend im pathognostischen und therapeutischen Wirken und deshalb streichenswert, hat mir sehr imponiert. Genau so ist es. Nur hat keiner sonst den Mut, es so zu sehen und zu sagen.
Impletol lernte ich – beobachtend – als Mittel kennen, mit dem seit etwa 1940 meine zahlreichen ärztlichen Freunde und Bekannten herumspritzten wie die Feuerwehr, ohne daß ich je irgendeinen Erfolg (im Sinne F. Hunekes, nicht im banalen Sinne einer momentanen analgetischen Symptombemäntelung) sehen oder berichtet bekommen konnte. Dann lernte ich W. Huneke, F. Hunekes Bruder, kennen, sah ihn arbeiten und sah Erfolge – nachhaltige, der Hunekeschen Theorie entsprechende –, die ganz unleugbar sind. Selbstverständlich ist Schoelers Verquickung von Psoralehre und Impletol theoretisch und praktisch gleichermaßen dumm. Selbstverständlich aber ist Hunekes erfolgreiche Anwendung des Impletols auch nicht etwa "Suggestion" oder, wie ich letztmöglicher Verwirrbarkeit der Begriffe O. es nennt, "Magie": denn oft hat Huneke bei einem Patienten erfolglos von den oberen und unteren Mandelpolen über die verdächtigen Zähne bis zu den letzten noch denkbaren Druckpunkten oder verborgenen Narben und Verschwartungen abgespritzt – in wochenlanger Behandlung –, der Patient ist unzufrieden, Huneke auch, ihm wäre am liebsten, der Patient käme gar nicht mehr wieder; und dann auf einmal, von der Injektion in eine alte Parametritis-Stelle oder eine Hämorrhoidalbehandlungs-Narbe o. dgl. her, kommt der längst nicht mehr erwartete Effekt zustande.
Daß die Impletol-Therapie vermutlich nur in den Händen der Brüder Huneke überzeugend funktioniert, daß sie – therapiestilistisch – weder Ihrer noch meiner Sicht entspricht, das läßt sich nicht leugnen. Aber ich würde lügen müssen, wollte ich die Erfolge leugnen, die ich bei W. Huneke (F. Huneke, Düsseldorf, kenne ich nur aus der Literatur) sah und miterlebte.
Lieber Herr Berndt, ich bin der bei weitem schwerste Fall von – wie Schilsky in Hamburg es in Bezug auf mich nennt – "homöopathischem Beziehungswahn", der mir bekannt ist. (Notabene: ich mag Schilsky gern, auch als Arzt, er mich privatim, aber mein Auffinden von Homöopathizität überall, wo etwas wirklich heilsam ist, hält er für verrückt). Nochmals: Ich bin Hahnemannianer bis zum Extrem, ich glaube nachweisen zu können, daß da, wo Prießnitz, Kneipp, die Fastenkur, die Psychotherapie und sogar die Religion Heilung oder Heil bringen, es immer similia similibus zustandekommt. Diesen Radikalismus kann ich mir leisten, weil ich nicht Arzt bin. Ich habe gut reden. Und wenn ich Arzt wäre, würde ich lieber – im Bewußtsein, nur plumpe technische Nothilfe zu leisten – einem Kranken hier und da, ihm dies freilich bekennend, Symptome wegmogeln, als ein Mixtum compositum aus Homöopathie im engeren und erweiterten Sinne und aus allerlei damit verquickter, aber nicht verquickbarer Schulmedizin zu betreiben (wie es die Mehrzahl der homöopathischen Ärzte tut). Einem Ermüdeten seine Müdigkeit mit einem Mokka, einem Verärgerten seine Verärgerung mit einer Flasche Wein wegzulügen, ist gleichsam ein ehrlicher Betrug. Die Verordnung von Recresal (weil ja darin ebenfalls Phosphorsäure enthalten ist und man es insofern homöopathischem Handeln zu adaptieren glaubt) hingegen ist ein unehrlicher Betrug. Ein Schlafmittel ist keine Kunst – und schon gar keine ärztliche –, aber den übererregten Organismus oder die gepeinigte Seele damit für 8 Stunden zu belügen, kann vielleicht einmal verantwortet werden. Schließlich ist ja das, was der homöopathische gesunde Arzneiprüfer einnimmt, bisweilen auch nicht gerade harmlos: Stauffer ist die erheblichen Störungen, die ihm eine gründliche Prüfung von Argentum nitricum beibrachte, zeitlebens nicht losgeworden.
Ich schicke all das voraus – sowohl meinen Radikalst-Hahnemannismus als auch meine unheilbare Aversion gegen Oligoplexe, Reckewegs Homakkorde aus Mischmitteln, Vollsche Elektro-Akupunktur zwecks Ermittlung von 5 bis 10 "homöopathischen" Organmitteln und ähnliche Scherze, denen gegenüber mir eine auf gutartiger Verachtung beruhende gelegentliche Gaunerkameradschaft zur plumpen allopathischen Pille weit sauberer vorkommt (ich meine selbstverständlich damit nicht kriminellen Mist wie das Irgapyrin oder wie die mannigfachen Analgetica, an deren Verordnung sich eine Agranulocytose anschließt; ich meine etwas unendlich Primitives, z. B. den Rat, den ich meiner Frau gebe, wenn sie eine Kreislaufflaute hat und ich – da gerade Sepia auswirken soll – nicht ermitteln kann und will, ob hier nun Veratrum album, Arnica 30 oder was sonst auch immer paßt: "Trink zwei Cognacs, aber mit einem Ruck!").
Ungeachtet meiner Ablehnung von Mischmitteln und "biologischen" therapeutischen Moden, muß ich aber zuweilen – gegen Neigung und Verständnis – von diesem und jenem, was mir nicht liegt, Erfolge beobachten und mir dann auch eingestehen. Dazu gehört eben Hunekes Impletol in seiner Praxis. Dazu gehört auch einiges aus den total unverständlichen Wirkungen der Mattei-Mittel (nicht ihrer dem Original nicht entsprechenden Nachahmung durch die Iso-Werke): notabene haben auch Stauffer und Emil Schlegel gar nicht selten Mattei-Mittel mit Erfolg verordnet und sich in Büchern und Artikeln dazu bekannt. Gewiß, man tappt da im Dunkel. Aber wo tappe ich, wenn ich Bufo D 30 verordne? "Bufo rana", von Hering in Surinam geprüft, war irgendein kröten- oder froschartiges Amphibium, von dem wir nicht wissen, um welches es sich handelte. "Bufo" heißt "die Kröte", "Rana" "der Frosch", was war es nun, eine Kröte oder ein Frosch? Die übliche Übertragung auf ein Präparat aus Sekreten unserer einheimischen Erdkröte ist ein wahrhaftig starkes Stück, das dadurch nicht an Bedenklichkeit einbüßt, daß man erklärt, dieses Sekret "habe glykosidartige Wirkungen". Neulich sah ich, wie eine sehr große und namhafte homöop. Arzneimittelfirma gerade eine 50-ccm-Flasche Psorinum D 30 auslieferte. Ich fragte den leitenden Pharmazeuten: "Wo haben Sie eigentlich den krätzekranken Neger[1] her?" Er antwortete, nicht ungeschickt, vor 2 Jahren habe ihm ein Professor der Dermatologie den einzigen Krätzefall zugänglich gemacht, der seit vielen Jahren dort in der Klinik war. Ich fragte zurück: "Aber vor 3 und 5 und 10 Jahren lieferten Sie doch ebenfalls Psorinum, stammte das noch aus den Krätzebläschen jenes vor Jahrzehnten in den USA verstorbenen Negers?" Er antwortete: "Ich bin erst seit 3 Jahren in der Firma."
Damit will ich nur sagen: Ich besitze eine Bufo C 30 aus der Praxis von Emil Schlegel, hatte bisher noch keinen Anlaß, sie zu verwenden, würde mich aber, wenn die Symptome passen, nicht scheuen, es zu tun. Jedoch mit dem etwas mulmigen Gefühl, auf gut Glück und mit Gottvertrauen draufloszusteuern. So gut wie gar nicht geprüfte Mittel gibt es in der Homöopathie ja mehr, als man sich eingesteht. Manche Symptome – die trotzdem wertvoll sein können – hat nur ein einziger Prüfer ganz flüchtig gehabt. Bloße Empfehlungen – nicht "klinische Symptome" in dem Sinne, den Hahnemann in den "Chronischen Krankheiten" diesem Wort gibt – müssen oft herhalten, was wiederum nicht ohne Wert zu sein braucht. Ich gab, als ich noch als behandelnder Psychologe praktizierte (wobei ich sehr schnell von der innerseelischen Bastelei ab- und zur Homöopathie hinkam, die anzuwenden mir zwar nicht zustand, jedoch das war mir egal) einem Manne, der sich zu mir verirrt hatte, weil sein rechter Arm feinschlägig zitterte, auf Empfehlung – und rein versuchsweise – Yage. Das war vor 20 Jahren, heute würde ich, praktizierte ich noch, gründlich repertorisieren. Aber auf Yage würde ich dabei nicht kommen. Es hat das Zittern schnell beseitigt, dankbare Briefe des Patienten erhielt ich jedes Jahr bis zu seinem Tode vor 2 Jahren.
Die Erfahrung, die Ihr großartig gelungener Sulfur- und Lycopodium-Vortrag ausspricht – nämlich daß einem, der etwa "aus Spaß" täglich eine Dosis Sulfur C 1000 einnimmt, die Heiterkeit bald vergehen werde –, habe ich, leider, auch machen müssen (nicht mit Sulfur und auch nicht mit C 1000, da ich damals fast nur die C 30 verabfolgte). Heute möchte ich sagen: Die Tiefpotenzler richten so wenig Schaden – und so wenig Nutzen – an, weil sie keine Hochpotenzen verordnen. Würde man, mit Schoelers Büchlein "Homöopathie von A bis Z" auf dem Schreibtisch, Hochpotenzen verordnen, käme Schlimmes zustande. Ich glaube, es war Kent (oder Nash), der einmal schrieb, er wolle lieber in einem dunklen Zimmer als Unbewaffneter mit einem betrunkenen Neger, der einen Dolch in der Hand hat, in eine Auseinandersetzung geraten, als einem homöopathischen Arzt in die Hände fallen, der Hochpotenzen verordnet und davon nichts versteht.
Mit den hohen und höchsten Potenzen hat die Homöopathie ihren Adel, ihre Größe, ihr Meistertum. Nur wenige wachsen zu Meistern, nur wenige bringen Kuren wie die von Ihnen publizierten zustande (besonders eindrucksvoll und mir unvergeßlich, so lange ich leben werde, Ihre "Pferdekur"!).
Da ich kein Meister bin, ja nicht einmal Therapeut, sondern nur privatim – ich muß mit aller Bescheidenheit gestehen: nicht immer ganz erfolglos – herumkurpfusche, da ich mich an die C 30 nur bisweilen und an die C 200 selten wage (immer dann nur, wenn ich absolut sicher zu sein glaube, was sich dann stets durch den Erfolg bestätigt), habe ich öfter, um die banalen Tiefpotenzen zu vermeiden und der Gefahr nicht präzis gezielter Hochpotenzen zu entgehen, nach homöopathischem Gesichtspunkt spagyrische Essenzen gegeben: selbstverständlich ein Unding, denn man müßte ja – was nicht geschehen ist – jede spagyrisch zubereitete Essenz erst am Gesunden prüfen, ehe man sie homöopathisch verordnen kann. Bekanntlich pflegen homöopathische Tinkturen und Tiefpotenzen nicht oder kaum zu duften, von Mephitis putorius, Asa foetida u. dgl. abgesehen, während spagyrische Essenzen auch dann einen sehr angenehmen und bis zu Mittelpotenzen hin wahrnehmbaren Duft entwickeln, wenn sie aus Pflanzen zubereitet werden, die als Rohpflanzen nicht duften. Schönes Beispiel: Nasturtium.
Ich gebe z. B. ganz gern einmal, wenn Chamomilla im großen und ganzen zu passen scheint bei Kindern, statt der D 4 oder D 6, von der ich nie etwas sah, oder der C 30, die ich nicht einer unruhigen Nacht wegen geben mag, Chamomilla als spagyrische Essenz. Hilft famos, auch bei übler Laune weiblicherseits.
Das ist natürlich nie und nimmer die klassische Homöopathie, um deren Wert und Würde ich in Büchern, Artikeln und Vorträgen kämpfe. Es scheint mir aber eine diskutable Variante der Banal-Homöopathie zu sein (ich unterscheide zwischen Elite- und Banal-Homöopathie), besonders für den Hausgebrauch. Warum hat man übrigens so wenig Neigung, für seine eigenen Angehörigen sorgfältig und sachgemäß nach dem passenden Mittel zu fahnden? Ich weiß nicht, ob Sie Kinder haben und ob es Ihnen auch so geht. Mangel an Liebe ist es gewiß nicht, es muß wohl irgendein Tabu dabei sein. Erkrankt eins meiner Kinder, bin ich froh, wenn ich mit einer dussligen Tiefpotenz hinkomme. Langes Repertorisieren – das mir sonst ausgesprochen Freude macht – bringe ich da nicht zustande.
Nun zurück zu Ihrem Brief (obwohl ich berüchtigter Nichtbeantworter von Briefen bin, überfällt mich zuweilen am Spätnachmittag eine hemmungslose Geschwätzigkeit, deren Opfer nunmehr heute Sie sind; aber Ihr Brief und Ihre Manuskripte provozierten das, da ich an der Mangelkrankheit leide, kaum je mit einem Homöopathen von Rang ins Gespräch kommen zu können): Victor Auburtins Feuilleton vom wiederauftauchenden Paradies, um dessen Inbesitznahme – es tauchte als Insel auf – sich sofort die Kriegsschiffe von 4 Nationen stritten, so daß Gott die Faust erhob und sie dann doch, weil es schade um die Schmetterlinge wäre, wieder sinken ließ, gehört auch zu meinen Lieblings-Stücken kleiner großer Prosa.
Ihre Vorträge, ich sagte es schon, erfreuten mich sehr. An Ihrem Homöopathie-Vortrag vor der Northeimer Volkshochschule habe ich – wenn Sie mir das erlauben – zwei kleine Einwände anzubringen (denen Sie aber, wie ich glaube, zustimmen werden).
Der Satz auf Seite 15 über Hahnemann: "In Deutschland kennt man kaum noch seinen Namen" ist wesentlich übertrieben. Am Schaufenster jeder Apotheke stehen die Worte "Allopathie – Homöopathie", seit Generationen werden vorwiegend O. P.s von Willmar Schwabe verkauft, buchstäblich auf Millionen Flaschen und Schachteln klebt Hahnemanns Bild und steht sein Name: ich konnte 1943 ermitteln, daß keines Arztes Bild überhaupt verbreiteter ist als das Hahnemanns und daß nie einem Arzt, in der gesamten Geschichte der Medizin, eine so umfangreiche Biographie gewidmet wurde wie die, die Haehl, immerhin auch in deutscher Sprache, über Hahnemann schrieb. Gewiß, die deutsche Homöopathie jammert nicht einen Hund nur, sondern ganze Rudel. Aber unbekannt ist Hahnemanns Name nicht, ja von dem Vertrauen, das man im Volk zu Hahnemanns Homöopathie hat, und vom Mißbrauch dieses Vertrauens lebt ja all das, was wir gern sehen: "Oligodynamisch homöopathisches Mittel, tablettiert und mithin exakt dosierbar" usw. Als ich 1955 hier im Gustav-Siegle-Haus in Stuttgart den Hahnemann-Festvortrag vor den süddeutschen Laien-Vereinen für Homöopathie hielt, hatte ich gerade ein paar Dutzend miserabelster Eindrücke dessen bekommen, was hierzulande als angeblicher "homöopathischer Arzt" Busch und Tal füllt. Und nun saßen, viele Hundert, bis vom Bodensee und von der Alb her in Autobussen gekommen, zum Teil noch in Trachten, rührend erfreuliche Gläubige da, Vertrauensvolle, auch sehr Alte darunter, die noch Gustav Jäger und Emil Schlegel und Göhrum gekannt hatten. Da ritt mich beim Vortrag der Satan, und ich sagte: "Es ist doch auffallend, daß Hahnemann sich als Grabspruch die Worte 'Non inutilis vixi', 'Ich habe nicht umsonst gelebt', gewünscht hat, und daß man sie ihm weder auf seinen ersten noch, Jahrzehnte später, auf seinen zweiten Grabstein setzte. Das ist mehr als nur ein Zufall. Hahnemann hat umsonst gelebt, wenn wir uns ehrlich umschaun, nachdem mehr als 150 Jahre vergangen sind, seit er die Homöopathie schuf. Wo lebt sie denn noch, diese Homöopathie? Vielleicht im Robert-Bosch-Krankenhaus? Oder in den Praxen zahlreicher Ärzte, die den Titel "homöopathischer Arzt" führen, ohne je etwas der Homöopathie Hahnemanns auch nur Ähnliches betrieben zu haben? Ich will es Euch sagen, liebe Freunde: in ein paar vereinzelten, weit über die Erde verstreuten Behandlern lebt sie noch – und das ist wenig nach so langer Zeit –, und sie lebt noch in Euch, in Eurem Vertrauen, in Eurem meist sogar betrogenen Vertrauen. Dann freilich lebt die Homöopathie auch noch in der Zukunft. Und wenn die, die das wissen – und Ihr wißt es aus den Kräften Eures Vertrauens heraus – mitwirken an der Herbeiführung dieser Zukunft, dann können wir Samuel Hahnemann eines Tages den dritten, den gültigen Grabstein setzen, auf dem die Worte stehen, die er sich gewünscht hat und die erst sinnvoll sein werden, wenn Ärzte und Patienten für den Inhalt dieser Worte bürgen!"
Ich dachte, man würde nun protestieren, murren, schimpfen: im Gegenteil, nie wurde mir in einem Vortrag echter und herzlicher zugestimmt als gerade da, wo ich es schon mit der Angst vor meiner eigenen Courage zu tun bekam. Aber Dr. Leeser, mit dem ich sehr gut stehe nach wie vor, war gekränkt, mein Ex-Freund Dr. Oswald Schlegel schrieb mir einen Brief, ich sei ein trüber Demagoge und kämpfe für dunkle Ziele in der Homöopathie – ein halbes Jahr später war Leeser aufs unfairste aus dem Robert-Bosch-Krankenhaus gedrängt worden, Schlegel, in famoser Solidarität, ging mit, beide schrieben mir, sie müßten mir nun, ungeachtet meiner tatsächlich demagogischen Formulierungen, in der Sache doch leider recht geben. Lieber Herr Berndt, ich hätte weit lieber unrecht gehabt.
So viel zum "in Deutschland unbekannten Hahnemann". Die "größte Ausbildungsstätte des Nachwuchses an homöop. Ärzten in Deutschland", das RBK, haben Sie zwar aus "pädagogischen Gründen" im Vortrag unterstrichen, aber es hat fast nur therapeutische Schnellbleiche geliefert und so manchem Arzt, der in Zulassungsnot war, weil schon 5 oder 7 Ärzte in seinem Nest praktizierten, den Titel "homöop. Arzt" verschafft, der lediglich zur Überlistung der Bürokratie diente. Ich kenne titelführende homöop. Ärzte, die das ohne weiteres zugeben und privatim versichern, daß sie von der Homöopathie nichts halten.
Als das kleine homöop. Krankenhaus in der Schweiz – ich glaube: in Bern – vor 2 Jahren einging, teilte das Ihr Kollege Künzli aus St. Gallen, ein überaus sympathischer Mann, mit der Zeile (in den zuständigen Zeitschriften) mit: "Siege schwächen, Niederlagen machen stark." Der Sieg des Robert-Bosch-Krankenhauses hätte enorm geschwächt, wenn überhaupt hier noch etwas zu schwächen gewesen wäre.
Nun zum Schluß eine Frage, die ich jedem homöopathischen Arzt stelle, den ich als solchen erkenne: Zum homöop. Arzt kommt der Kranke doch oft als zu einer Endstation nach langer Vorbehandlung. Was ist zu tun, um – von der Gewöhnung an massive Arzneien der Schule her, oft nach jahrzehntelangem Gebrauch – ihn reaktionsfähig zu machen?
Ich will Ihnen einige der Antworten sagen, die ich erhielt: Pierre Schmidt: Das geeignete Reaktionsmittel in hoher Potenz, eine Gabe, oft ist es Nux vom. C 1000. Martin Schlegel: Gar nichts tun, einfach der Arznei vertrauen, selbst bei Morphinisten habe ich homöopathische Erfolge. August Bier: Fasten lassen! Dasselbe meinen Rabe und Buchinger. Triebel: Eine Woche lang Carduus marianus ø geben, ehe man anfängt. Reddemann: Ich gebe hohe Potenzen und lasse den Patienten den Kram, an den er sich gewöhnt hat, ruhig weiternehmen, er läßt ihn bald ganz von selber fort. K. v. Petzinger: Radikal alles andere absetzen! Nebel: Kanalisieren, Drainage schaffen, dann erst das passende Mittel. Pierre Schmidt hierzu: Größter Unsinn, schärfer bekämpfenswert als die Allopathie! Künzli: Hoch genug gehn in der Potenz, das gibt dann sowieso Reinigungskrisen. Theo Schlegel: Mit Sulfur C 30 beginnen.
Was meinen Sie auf Grund Ihrer Erfahrung? Verzeihen Sie den gar zu langen Schrieb. Sie brauchen nicht zu antworten. Täten Sie's doch, wäre von Herzen erfreut.
Ihr Ihnen dankbar und herzlich zugetaner
Herbert Fritsche
[1] [Anm. d. Archivs]Historischer Originalbegriff. Heute gilt die Bezeichnung als diskriminierend. Sie wird aus Gründen der Quellen- und Editionsgenauigkeit unverändert wiedergegeben. Juli 2026
Hinweis zur Sprache: Die Briefe werden buchstabengetreu transkribiert. Historische Personenbezeichnungen und andere heute als diskriminierend oder verletzend empfundene Ausdrücke wurden nicht modernisiert. Sie dokumentieren den Sprachgebrauch ihrer Zeit und sind nicht als Zustimmung der Herausgeber zu verstehen.
